Brocken
„Der Brocken ist ein Deutscher“, wusste schon Heinrich Heine. In unserer Zeit wurde er 1961 zum Symbol der Teilung und 1989 der wiedererrungenen Einheit Deutschlands.

Ich vertrete seit Oktober 2019 den Wahlkreis 68 (Harz) im Deutschen Bundestag, zu dem neben den Gemeinden des Landkreises Harz auch die Städte Aschersleben und Seeland aus dem Salzlandkreis gehören. Landschaftlich umfasst er etwa zwei Drittel des Harzgebirges mit dem Brocken sowie das nördliche und nordöstliche Harzvorland.

Meine Heimat wird im In- und zunehmend auch im Ausland als touristisches Ziel geschätzt – zu Recht, denn hier finden sich auf engem Raume Geschichte, Kultur und Natur zusammen.

Der Harz war schon vor tausend Jahren für seinen Erzreichtum bekannt und blieb bis in die Gegenwart Bergbaugebiet. An seinem Rande wurden ab dem 10. Jahrhundert viele Königspfalzen, Klöster und Stifte gegründet, deren Bauten noch heute auf der wichtigsten Touristikroute Sachsen-Anhalts, der „Straße der Romanik“, erkundet werden können.

Im nördlichen Harzvorland, an den Ausläufern der fruchtbaren Magdeburger Börde und im Wind- und Regenschatten des Hochharzes entwickelte sich die Landwirtschaft rasch; Quedlinburg wurde im 19. Jahrhundert zu einem weltweit bekannten Zentrum der Samenzucht und Züchtungsforschung – eine wissenschaftliche Tradition, die noch heute im Julius-Kühn-Institut Quedlinburg und im Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben ihre Fortsetzung findet. Ich selbst habe am Gaterslebener Institut als Wissenschaftler von 1976 bis 1990 gearbeitet. Als weitere Forschungs- und Bildungseinrichtungen haben sich eine Außenstelle des Robert-Koch-Instituts in Wernigerode sowie die Hochschule Harz an den Standorten Wernigerode und Halberstadt angesiedelt.

Die Tourismusbranche ist mit ihren ständig steigenden Besucher- und Übernachtungszahlen der Jobmotor Nr. 1 in der Harzregion. Ob auf historischer Spurensuche, als Fachwerk-Fan oder Naturfreund – ein Besuch im Harz lohnt sich immer!

"Vielleicht ist das Glück näher, als du denkst, und hängt im Harz an irgendeiner Klippe." (Theodor Fontane)

Eine der wichtigsten ottonischen Königspfalzen war Quedlinburg. An der Grablege von Heinrich I. gründete sein Sohn Otto der Große ein Damenstift, das bis ins 19. Jahrhundert bestand. Da wir heute die deutsche Geschichte mit dem Herrschergeschlecht der Ottonen beginnen lassen, nennt sich meine Heimatstadt, mit ein wenig Augenzwinkern, gern „Wiege Deutschlands“. Die unter den Ottonen begründeten Stiftsbauten und die wenig später entstandene Stadt Quedlinburg mit ihrem einzigartigen Fachwerkensemble sind seit 1994 UNESCO-Welterbe.

Im 84,3 ha großen Welterbegebiet, das sich über die Historische Alt- und Neustadt sowie den Stiftsberg und den Münzenberg erstreckt, trifft man auf 2069 Fachwerkgebäude aus sieben Jahrhunderten. Damit ist die Stadt das größte architektonische Flächendenkmal in Deutschland. Hier startete auch 1999 als Pilotprojekt die erste Jugendbauhütte Deutschlands, die jungen Menschen ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege anbietet.

Wernigerode

Wernigerode, die „bunte Stadt am Harz“ ist mit seinen Fachwerkhäusern, dem Märchenschloss aus dem 19. Jahrhundert und dem Brocken als Hausberg ein Touristenmagnet, aber darüber hinaus auch ein wichtiger Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort im Harzkreis.

Aschersleben

Auch eine Stadt wie Aschersleben, die in den DDR-Jahren wahrlich kein herausragendes touristisches Ziel war, hat nach Ausrichtung der Landesgartenschau 2010 deutlich an Attraktivität gewonnen.