Gedanken zur Zukunft der Rente

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Frage eines ver.di-Mitglieds zur Zukunft der Rente:

Sehr geehrter Herr Bundestagskandidat Dr. Eberhard Brecht,

das Rentenniveau ist seit Jahren im Sinkflug. Millionen Menschen sind künftig von sozialem Abstieg oder gar Altersarmut betroffen oder bedroht. Ein Kurswechsel in der Rentenpolitik ist dringend nötig: Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent, Wiederanhebung auf mindestens 50 Prozent und deutliche Verbesserung kleiner Renten. Das sind die Forderungen aller DGB-Gewerkschaften – und auch meine! Erklären Sie sich bitte klar zur Rentenpolitik, denn Ihre Position dazu und die Ihrer Partei werden auch meine Entscheidung zur Bundestagswahl beeinflussen.

 

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Antwort von Dr. Eberhard Brecht:

Sehr geehrter Herr XXXX,

Sie werden sicherlich die Position der SPD kennen, für die auch ich eintrete: Einführung eines steuerfinanzierten Demografie-Zuschusses, um das Rentenniveau bei 48 % zu halten, eine gesetzliche Solidarrente, um Bezieher von sehr geringen Renten den Weg zum Sozialamt zu ersparen, Einbeziehung von Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung.

Ihre Forderung nach 50 % Rentenniveau (Position von ver.di) ist zwar nachvollziehbar, aber kaum finanzierbar. Mir ist auch der Finanzierungsvorschlag des DGB nicht bekannt. Sollen die Steuerzahler – und das sind nicht nur die “Besserverdienenden”, sondern auch alle Arbeitnehmer – oder die Beitragszahler noch mehr belastet werden? Ich bin schon glücklich, wenn wir die 48 % halten können. Wichtiger als eine 48 oder 50 % -Diskussion erscheint mir die Stärkung von Betriebsrenten, die im Westen ja einen relativ guten Lebensstandard im Alter garantieren, in Ostdeutschland aber kaum zum Lebensunterhalt von Rentnern beitragen. Das muss sich ändern.

Mit besten Grüßen

Dr. Eberhard Brecht

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